Prof. Dr. med. Marc Banerjee im WDR: Die „Frozen Shoulder“ verständlich erklärt
In einem Beitrag der WDR-Sendung „Servicezeit“ erklärt Prof. Dr. med. Marc Banerjee, Facharzt für Orthopädie an der Orthopädie MediaPark Köln, was hinter der sogenannten Frozen Shoulder steckt, einer Schultererkrankung, die im Alltag zur echten Qual werden kann. Als ausgewiesener Schulterspezialist hat er federführend an der Behandlungsleitlinie zur Frozen Shoulder mitgewirkt.
Frozen Shoulder: Wenn alltägliche Bewegungen zur Qual werden
Die Jacke anziehen, sich die Haare waschen, nachts entspannt schlafen: Was für die meisten selbstverständlich ist, wird bei einer Frozen Shoulder schmerzhaft. Typisch sind ein tiefsitzender Dauerschmerz, der auch in Ruhe und nachts auftritt, und eine zunehmende Bewegungseinschränkung. Zuerst leidet meist die Drehung: der Griff nach hinten (der „Schürzengriff“) oder das Anziehen einer Jacke gelingen nur noch eingeschränkt.
Was im Schultergelenk passiert
Bei der Frozen Shoulder entzündet sich die Gelenkkapsel, die den Oberarmkopf umschließt. Das Gewebe verdickt sich, verklebt und schrumpft, bis sich die Schulter kaum noch bewegen lässt. Betroffen sind überdurchschnittlich oft Frauen zwischen 40 und 55 Jahren, also rund um die Wechseljahre. Auch eine Schilddrüsenfehlfunktion oder ein Diabetes mellitus Typ 2 zählen zu den Risikofaktoren.
Drei Phasen, viel Geduld
Die Schultersteife verläuft typischerweise in drei Phasen: In der Freezing-Phase (etwa 2 bis 9 Monate) nimmt die Beweglichkeit ab, die Schmerzen erreichen ihren Höhepunkt. In der Frozen-Phase (etwa 4 bis 12 Monate) ist die Schulter maximal versteift, der Schmerz aber erträglicher. In der Auftau-Phase (bis zu 24 Monate) wird sie wieder beweglicher. Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen bildet sich die Frozen Shoulder vollständig zurück, eine Operation ist nur selten nötig.
Diagnose und Behandlung der Frozen Shoulder
Entscheidend ist eine frühe, korrekte Diagnose. Neben der klinischen Untersuchung im Seitenvergleich schließt der Orthopäde per Ultraschall und MRT andere Ursachen aus. In der akuten, entzündlichen Phase steht die Entzündungshemmung im Vordergrund, meist mit Cortison (als Tablette oder gezielte Injektion ins Gelenk). Wichtig: In dieser Phase sollten forcierte Bewegungen, starke Belastung und intensive Physiotherapie vermieden werden, weil sie die Entzündung zusätzlich befeuern können. Erst danach, angepasst an Schmerz und Bewegungsumfang, ist Physiotherapie im Rahmen der konservativen Behandlung sehr wirkungsvoll.
Der wichtigste Rat: Wer über längere Zeit unter belastungsunabhängigen Schulterschmerzen mit beginnender Bewegungseinschränkung leidet, sollte frühzeitig einen Facharzt aufsuchen.
„Je früher wir die Diagnose stellen können, desto eher verkürzen wir den Krankheitsverlauf.“
Den vollständigen Beitrag der WDR-„Servicezeit“ sehen Sie in der ARD-Mediathek.
Mehr zum Thema Schulter
Einen Überblick über unsere Diagnostik und Behandlung finden Sie auf der Themenseite Schulter. Weitere häufige Schultererkrankungen erklären wir unter Kalkschulter und Schultergelenkersatz. Einen Termin bei Prof. Dr. med. Marc Banerjee können Sie jederzeit über unsere Praxis vereinbaren.






