Welche Prothese eingesetzt wird, hängt vom Befund, der Knochenqualität, dem Alter und dem Aktivitätsanspruch ab.
Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP)
Die Hüft-TEP ist das bewährte Standardverfahren bei fortgeschrittener Hüftarthrose. Hüftpfanne und Oberschenkelkopf werden komplett ersetzt – die Prothese stellt die natürlichen Bewegungsachsen wieder her.
- Indikationen: Ausgeprägte Arthrose, posttraumatische Arthrose, Hüftkopfnekrose mit Pfannenbeteiligung – die TEP ist das Mittel der Wahl bei den meisten Indikationen.
- Materialien: Die Komponenten bestehen aus Titan-Legierung, Keramik und hochwertigem Polyethylen. Die Kombination – etwa Keramik-Kopf auf Polyethylen-Inlay – wird je nach Aktivitätsanspruch und Befund gewählt.
Kurzschaftprothese – knochensparend für jüngere und aktive Patienten
Die Kurzschaftprothese wird bevorzugt bei jüngeren oder aktiveren Patientinnen und Patienten eingesetzt. Der kürzere Schaft erhält mehr gesunden Knochen – das vereinfacht einen möglichen späteren Prothesenwechsel.
- Vorteile: Knochensparend, minimalinvasiv implantierbar, natürlicheres Bewegungsgefühl. Ideal für Patientinnen und Patienten, die noch viele Jahre aktiv mit der Prothese leben werden.
- Voraussetzungen: Gute Knochenqualität im Schenkelhalsbereich. Bei sehr weichem Knochen oder ausgeprägter Osteoporose ist die klassische Schaftprothese die bessere Wahl.
Oberflächenersatzprothese (Hüftkappenprothese)
Bei der Oberflächenersatzprothese wird nur der geschädigte Gelenkanteil mit einer Kappe überzogen – der Knochen bleibt weitgehend erhalten. Sie kommt nur in ausgewählten Fällen bei sehr gutem Knochenbestand zum Einsatz.
Verankerung der Prothese
Je nach Knochenqualität wird die Prothese unterschiedlich verankert.
- Zementfreie Verankerung: Die Prothesenteile werden passgenau eingesetzt und mit einer speziellen Oberflächenbeschichtung verankert. Der Knochen wächst an die Prothese heran – ideal bei guter Knochenqualität.
- Zementierte Verankerung: Die Implantate werden mit antibiotikahaltigem Knochenzement am Knochen fixiert. Bewährtes Verfahren, vor allem bei eingeschränkter Knochenqualität.
- Hybridverankerung: Eine Komponente zementiert, die andere zementfrei – häufig bei kombinierter Knochenqualität an Pfanne und Schaft. Die Wahl erfolgt individuell.
Minimalinvasive Zugangswege
Wir setzen schonende, muskelerhaltende Zugangswege ein. Das fördert eine schnellere Reha, reduziert postoperative Schmerzen und ermöglicht eine zügige Rückkehr in den Alltag.
Gemeinsam zum individuellen Therapiekonzept
Vor der Operation besprechen wir mit Ihnen ausführlich Befund, Prothesenwahl und Reha-Konzept. Erst wenn Sie das Konzept verstehen und mittragen, planen wir den Eingriff.














