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Bizepssehnenabriss

Über Bizepssehnenabriss

Beim distalen Bizepssehnenabriss reißt die Sehne des Oberarmmuskels (Bizeps) am Ansatz an der Speiche (Radius). Typisch ist ein plötzlicher Schmerz beim schweren Heben oder Halten, gefolgt von einer sichtbaren Muskelverschiebung am Oberarm. Eine zeitnahe operative Versorgung stellt die Kraft wieder her, besonders wichtig bei sportlich aktiven Patientinnen und Patienten.

Häufige Symptome

Plötzlicher Schmerz in der Ellenbeuge

Beim Heben einer schweren Last oder bei einer abrupten Belastung schießt ein stechender Schmerz in die Ellenbeuge. Manche Betroffene hören oder spüren einen Knall.

Sichtbare Muskelverschiebung

Der Bizepsmuskel rutscht nach oben Richtung Schulter – die typische „Popeye-Beule" am Oberarm. Beim Anspannen ist sie besonders deutlich sichtbar.

Schwellung und Bluterguss in der Ellenbeuge

Innerhalb weniger Stunden bildet sich eine Schwellung mit Bluterguss in der Ellenbeuge. Der Erguss kann sich bis in den Unterarm ausbreiten.

Schwäche beim Beugen und Drehen

Die Beugekraft des Ellenbogens ist reduziert, vor allem aber die Drehkraft des Unterarms. Schraubendreher oder Türschlüssel zu betätigen wird schwierig.

Lücke am Ansatz tastbar

Beim Tasten der Ellenbeuge fehlt die kräftige Sehne. Stattdessen lässt sich eine Lücke spüren – ein klassisches Zeichen eines kompletten Sehnenabrisses.

Schmerzen nach einigen Tagen weniger

Anders als bei manchen anderen Verletzungen lassen die Schmerzen nach wenigen Tagen oft nach. Die Funktionseinschränkung bleibt aber bestehen und sollte abgeklärt werden.

Hook-Test positiv

Bei der Untersuchung lässt sich der intakte Sehnenstrang nicht mehr mit dem Finger umfassen – ein klassisches klinisches Zeichen, das auf den kompletten Abriss hinweist.

Ursachen & Risikofaktoren

Plötzliches Heben einer schweren Last

Der klassische Mechanismus: Beim Heben einer schweren Kiste oder beim Kraftsport wird der Bizeps plötzlich überdehnt. Die Sehne reißt am Ansatzpunkt.

Sportliche Überlastung

Kraftsportarten – insbesondere Bodybuilding, Klettern, Wettkampfklettern – belasten die distale Bizepssehne intensiv und sind häufige Auslöser.

Vorbestehende Sehnenreizung

Chronische Reizung der Sehne (Tendinopathie) schwächt die Struktur. Bei plötzlicher Belastung kann sie dann reißen, manchmal ohne extremes Trauma.

Stoffwechselerkrankungen

Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und manche Medikamente (Cortisontherapien, Fluorchinolon-Antibiotika) können die Sehnenqualität schwächen.

Männliches Geschlecht und mittleres Alter

Die distale Bizepssehnenruptur betrifft fast ausschließlich Männer, meist zwischen dem 40. und 60.

Rauchen

Rauchen verschlechtert die Sehnendurchblutung und erhöht das Rissrisiko sowie das Risiko verzögerter Heilung nach Operation.

Frühere Bizepssehnenprobleme

Wer in der Vergangenheit Sehnenreizungen oder Teileinrisse hatte, hat ein erhöhtes Risiko für einen kompletten Abriss.

Therapien

Anders als bei vielen anderen Sehnenrupturen ist beim distalen Bizepssehnenabriss eine zeitnahe operative Versorgung in den meisten Fällen sinnvoll. Eine reine konservative Behandlung führt zu dauerhafter Kraftminderung – besonders bei Drehbewegungen des Unterarms. Ausnahmen sind ältere Patientinnen und Patienten mit niedrigem Aktivitätsniveau, bei denen Funktionsverluste akzeptabel sind.

Operative Refixation – die Standardtherapie

Wir refixieren die abgerissene Sehne minimal-invasiv wieder an ihrem ursprünglichen Ansatz am Speichenkopf.

  • Refixation mit Knochenanker oder Endobutton: Über einen kleinen Hautschnitt in der Ellenbeuge oder einen zweischrittigen Zugang (vorne und hinten) bringen wir die Sehne wieder zum Knochen. Ein Knochenanker oder ein Endobutton fixiert sie sicher in der ursprünglichen Position.
  • Frühe Versorgung bevorzugt: Die Operation sollte innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen nach dem Riss erfolgen. Später hat sich die Sehne verkürzt und der Eingriff wird aufwendiger.
  • Bei chronischem Riss zusätzliche Maßnahmen: Wenn die Diagnose erst nach Wochen oder Monaten gestellt wird und sich die Sehne stark zurückgezogen hat, kann ein Sehnentransplantat zur Überbrückung des Defekts notwendig werden.

Konservative Therapie – nur in Ausnahmefällen

Bei älteren Patientinnen und Patienten mit niedrigem Aktivitätsniveau oder bei klar inkompletten Rissen kann eine konservative Therapie sinnvoll sein. Sie kombiniert Physiotherapie und Schmerztherapie. Eine Wiederherstellung der vollen Supinationskraft ist allerdings nicht möglich.

Gemeinsam zum individuellen Therapiekonzept

Wir besprechen mit Ihnen die Befunde, zeigen die Bilder und planen den Eingriff gemeinsam. Bei aktiven Patientinnen und Patienten empfehlen wir in der Regel eine zeitnahe operative Versorgung.

Eine konsequente Reha ist nach der Operation entscheidend für die volle Wiederherstellung der Funktion.

Frühe Phase – Schutz der Sehne

In den ersten vier bis sechs Wochen tragen Sie eine Orthese, die den Ellenbogen in 90 Grad Beugung schützt. Frühe passive Bewegungsübungen unter Anleitung verhindern Versteifung, vermeiden aber Zugbelastung auf die genähte Sehne.

Aufbauphase – aktive Bewegung

Ab der sechsten bis achten Woche beginnen wir mit aktiven Bewegungsübungen ohne Widerstand. Krafttraining mit Widerstand startet vorsichtig nach drei Monaten.

Volle Belastbarkeit

Die volle Belastbarkeit der Sehne ist nach vier bis sechs Monaten erreicht. Schweres Heben und Kraftsport sollten bis dahin vermieden werden.

Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport

Schreibtischtätigkeiten sind häufig nach wenigen Wochen möglich. Körperliche Berufe und Kraftsport schrittweise nach vier bis sechs Monaten, abhängig von Heilungsverlauf und Befund.

Mit gezielten Routinen können Sie das Risiko reduzieren.

  • Aufwärmen vor Kraftbelastung: Vor schweren Hebebelastungen oder Kraftsport ein dynamisches Aufwärmen mit Fokus auf den Bizeps und die Ellenbogenregion. So vermeiden Sie Belastungsspitzen auf kalter Muskulatur.
  • Belastungssteigerung dosieren: Im Krafttraining nicht zu schnell die Gewichte erhöhen. Eine ruhige, schrittweise Steigerung schützt die Sehne.
  • Saubere Hebetechnik: Beim Heben schwerer Lasten saubere Technik verwenden – mit beiden Armen, in einer kontrollierten Bewegung, ohne Reißbewegungen.
  • Rauchen vermeiden: Rauchen verschlechtert die Sehnendurchblutung. Wer raucht und schwere körperliche Arbeit verrichtet, ist besonders gefährdet.
  • Bei Sehnenreizung früh handeln: Wer eine Reizung in der Ellenbeuge bemerkt, sollte das fachärztlich abklären lassen. Eine chronische Reizung erhöht das Rupturrisiko.
  • Bei Risikomedikation achtsam: Während der Einnahme bestimmter Antibiotika oder bei Cortisontherapie auf intensive Sehnenbelastungen verzichten und Beschwerden früh abklären lassen.

Mehr zum Thema

Der Bizepsmuskel an der Vorderseite des Oberarms hat zwei Köpfe (lateinisch „biceps brachii"). Beide enden in einer gemeinsamen Sehne, die am Speichenkopf der Ellenbogenregion ansetzt – die sogenannte distale Bizepssehne. Sie überträgt die Kraft des Bizepsmuskels auf den Unterarm und ist wesentlich am Beugen des Ellenbogens und an der Auswärtsdrehung der Hand (Supination) beteiligt.

Beim distalen Bizepssehnenabriss reißt diese Sehne meist direkt am knöchernen Ansatz an der Speiche. Häufig kommt es zu einem kompletten Riss – die Sehne zieht sich zurück und der Muskelbauch wandert nach oben. Bei der Untersuchung sieht man häufig eine sichtbare „Bizeps-Beule" am Oberarm.

Anders als der proximale Bizepssehnenriss (an der Schulter) braucht der distale Bizepssehnenabriss meist eine operative Versorgung. Wird er nicht zeitnah genäht, verlieren Patientinnen und Patienten dauerhaft etwa 30 bis 40 Prozent ihrer Beugekraft und vor allem Supinationskraft – das ist die Drehbewegung, mit der man etwa einen Schraubendreher betätigt.

Betroffen sind meist Männer im mittleren Lebensalter, oft beim Heben schwerer Lasten oder bei sportlicher Belastung. Eine frühzeitige Diagnose und Versorgung ist wichtig, damit die Sehne ohne Verkürzung wieder fixiert werden kann.

Die Symptome sind meist eindeutig und setzen unmittelbar nach dem Trauma ein.

  • Plötzlicher Schmerz in der Ellenbeuge: Beim Heben einer schweren Last oder bei einer abrupten Belastung schießt ein stechender Schmerz in die Ellenbeuge. Manche Betroffene hören oder spüren einen Knall.
  • Sichtbare Muskelverschiebung: Der Bizepsmuskel rutscht nach oben Richtung Schulter – die typische „Popeye-Beule" am Oberarm. Beim Anspannen ist sie besonders deutlich sichtbar.
  • Schwellung und Bluterguss in der Ellenbeuge: Innerhalb weniger Stunden bildet sich eine Schwellung mit Bluterguss in der Ellenbeuge. Der Erguss kann sich bis in den Unterarm ausbreiten.
  • Schwäche beim Beugen und Drehen: Die Beugekraft des Ellenbogens ist reduziert, vor allem aber die Drehkraft des Unterarms. Schraubendreher oder Türschlüssel zu betätigen wird schwierig.
  • Lücke am Ansatz tastbar: Beim Tasten der Ellenbeuge fehlt die kräftige Sehne. Stattdessen lässt sich eine Lücke spüren – ein klassisches Zeichen eines kompletten Sehnenabrisses.
  • Schmerzen nach einigen Tagen weniger: Anders als bei manchen anderen Verletzungen lassen die Schmerzen nach wenigen Tagen oft nach. Die Funktionseinschränkung bleibt aber bestehen und sollte abgeklärt werden.
  • Hook-Test positiv: Bei der Untersuchung lässt sich der intakte Sehnenstrang nicht mehr mit dem Finger umfassen – ein klassisches klinisches Zeichen, das auf den kompletten Abriss hinweist.

Distale Bizepssehnenabrisse entstehen meist durch eine plötzliche, exzentrische Belastung des Bizepsmuskels.

  • Plötzliches Heben einer schweren Last: Der klassische Mechanismus: Beim Heben einer schweren Kiste oder beim Kraftsport wird der Bizeps plötzlich überdehnt. Die Sehne reißt am Ansatzpunkt.
  • Sportliche Überlastung: Kraftsportarten – insbesondere Bodybuilding, Klettern, Wettkampfklettern – belasten die distale Bizepssehne intensiv und sind häufige Auslöser.
  • Vorbestehende Sehnenreizung: Chronische Reizung der Sehne (Tendinopathie) schwächt die Struktur. Bei plötzlicher Belastung kann sie dann reißen, manchmal ohne extremes Trauma.
  • Stoffwechselerkrankungen: Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und manche Medikamente (Cortisontherapien, Fluorchinolon-Antibiotika) können die Sehnenqualität schwächen.
  • Männliches Geschlecht und mittleres Alter: Die distale Bizepssehnenruptur betrifft fast ausschließlich Männer, meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Hormonelle Faktoren und die typische Belastungssituation spielen eine Rolle.
  • Rauchen: Rauchen verschlechtert die Sehnendurchblutung und erhöht das Rissrisiko sowie das Risiko verzögerter Heilung nach Operation.
  • Frühere Bizepssehnenprobleme: Wer in der Vergangenheit Sehnenreizungen oder Teileinrisse hatte, hat ein erhöhtes Risiko für einen kompletten Abriss.

Die Diagnose lässt sich meist schon klinisch sicher stellen. Bildgebung bestätigt den Befund und plant die Operation.

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Wir lassen uns den Unfallhergang schildern und prüfen Bewegungsumfang, Kraft, Sehnenkontur und tastbare Lücke.
  • Hook-Test und weitere klinische Tests: Mit dem Hook-Test (Versuch, die distale Bizepssehne mit dem Finger zu umfassen) und Kraftproben für Beugung und Supination grenzen wir die Verletzung ein.
  • Ultraschall: Im Ultraschall lassen sich Sehnenenden, Lücke und Hämatom dynamisch beurteilen. Ein zentraler diagnostischer Baustein in unserer Praxis.
  • Magnetresonanztomographie: Das MRT zeigt die Sehnenenden, das Ausmaß der Verschiebung und mögliche Teilrisse im Detail. Es ist die Grundlage für die operative Planung.
  • Röntgenuntersuchung: Eine Röntgenaufnahme schließt knöcherne Ausrisse aus und kann selten knöcherne Beteiligung am Ansatz zeigen.

Warum Orthopädie MediaPark Köln

Ihre Vorteile bei uns

Wir verbinden Ellenbogen- und Sportexpertise, moderne Diagnostik und persönliche Beratung – damit Sie schnell und sicher wieder volle Kraft im Arm haben.

Ellenbogen-Expertise

Unsere Spezialistinnen und Spezialisten versorgen regelmäßig distale Bizepssehnenrupturen mit modernen Refixations-Techniken.

Schnelle Diagnostik vor Ort

Ultraschall steht in unseren Räumen zur Verfügung. Für ein MRT arbeiten wir mit der Radiologie im MediaPark zusammen, die im selben Haus sitzt. So sichern wir die Diagnose am selben Tag und können zeitnah operieren.

Moderne Operationstechniken

Wir setzen Knochenanker- und Endobutton-Techniken ein und arbeiten, wo immer möglich, minimal-invasiv. Bei chronischen Rupturen kommen Sehnentransplantate zum Einsatz.

Konservativ und operativ aus einer Hand

Wir wählen die Therapie, die zu Ihrem Aktivitätsniveau und Ihren Zielen passt – konservativ in ausgewählten Fällen, operativ als Standard bei aktiven Patienten.

Strukturierte Rehabilitation

Unsere Reha-Pläne sind klar getaktet, mit definierten Stufen vom Schutz bis zur vollen Kraftrückkehr.

Zentrale Lage in Köln

Am Mediapark mit guter Anbindung an Auto und ÖPNV – kurze Wege zwischen Diagnostik, Therapie und Rehabilitation.

Häufige Fragen zum Bereich Ellenbogen

Antworten auf die meistgestellten Fragen unserer Patientinnen und Patienten.

  • Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden im Bereich Ellenbogen, die länger als zwei bis drei Wochen bestehen oder mit Schwellungen, Bewegungseinschränkungen oder Funktionsverlust einhergehen, sollten orthopädisch abgeklärt werden. Auch nach Stürzen, Sportverletzungen oder Unfällen ist eine zeitnahe Untersuchung sinnvoll, um Folgeschäden zu vermeiden.

  • Nein. Wir verfolgen den Grundsatz „konservativ vor operativ". Die Mehrheit der Beschwerden lässt sich mit Physiotherapie, manueller Therapie, Stoßwellen-Behandlung, Akupunktur oder gezielten Injektionen erfolgreich behandeln. Ein operativer Eingriff kommt nur dann in Frage, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind oder das Verletzungsmuster eine direkte chirurgische Versorgung erfordert.

  • Das hängt stark von der konkreten Diagnose ab. Generell gelten gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren, Walking und gezieltes Krafttraining unter physiotherapeutischer Anleitung als unbedenklich. Im individuellen Beratungsgespräch erstellen wir einen Sport- und Belastungsplan, der zu Ihrem Befund und Ihren Lebensumständen passt.

  • Wir setzen je nach Beschwerdebild auf eine Kombination aus klinischer Untersuchung, hochauflösender Sonografie, digitalem Röntgen und MRT-Bildgebung. In der Orthopädie Mediapark Köln arbeiten wir interdisziplinär und mit modernster Gerätetechnik im MediaPark-Komplex, sodass die meisten Diagnostik-Schritte direkt am Standort möglich sind.

  • Über Doctolib können Sie Ihren Termin online direkt einbuchen, in der Regel innerhalb weniger Tage. Für akute Schmerzen oder nach Unfällen halten wir tägliche Sprechstunden-Slots für Akutfälle frei. Bitte rufen Sie uns in dem Fall direkt an, dann finden wir einen kurzfristigen Termin.

  • Sämtliche medizinisch notwendigen orthopädischen Behandlungen werden sowohl von gesetzlichen als auch privaten Krankenversicherungen übernommen. Bei Selbstzahler-Leistungen (z.B. spezielle Sportmedizin-Programme oder bestimmte konservative Therapien) klären wir die Kosten vor Behandlungsbeginn transparent mit Ihnen ab.

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