Anders als bei vielen anderen Sehnenrupturen ist beim distalen Bizepssehnenabriss eine zeitnahe operative Versorgung in den meisten Fällen sinnvoll. Eine reine konservative Behandlung führt zu dauerhafter Kraftminderung – besonders bei Drehbewegungen des Unterarms. Ausnahmen sind ältere Patientinnen und Patienten mit niedrigem Aktivitätsniveau, bei denen Funktionsverluste akzeptabel sind.
Operative Refixation – die Standardtherapie
Wir refixieren die abgerissene Sehne minimal-invasiv wieder an ihrem ursprünglichen Ansatz am Speichenkopf.
- Refixation mit Knochenanker oder Endobutton: Über einen kleinen Hautschnitt in der Ellenbeuge oder einen zweischrittigen Zugang (vorne und hinten) bringen wir die Sehne wieder zum Knochen. Ein Knochenanker oder ein Endobutton fixiert sie sicher in der ursprünglichen Position.
- Frühe Versorgung bevorzugt: Die Operation sollte innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen nach dem Riss erfolgen. Später hat sich die Sehne verkürzt und der Eingriff wird aufwendiger.
- Bei chronischem Riss zusätzliche Maßnahmen: Wenn die Diagnose erst nach Wochen oder Monaten gestellt wird und sich die Sehne stark zurückgezogen hat, kann ein Sehnentransplantat zur Überbrückung des Defekts notwendig werden.
Konservative Therapie – nur in Ausnahmefällen
Bei älteren Patientinnen und Patienten mit niedrigem Aktivitätsniveau oder bei klar inkompletten Rissen kann eine konservative Therapie sinnvoll sein. Sie kombiniert Physiotherapie und Schmerztherapie. Eine Wiederherstellung der vollen Supinationskraft ist allerdings nicht möglich.
Gemeinsam zum individuellen Therapiekonzept
Wir besprechen mit Ihnen die Befunde, zeigen die Bilder und planen den Eingriff gemeinsam. Bei aktiven Patientinnen und Patienten empfehlen wir in der Regel eine zeitnahe operative Versorgung.







