Fußfehlstellung und Zehendeformitäten

Fußfehlstellung und Zehendeformitäten

Fußfehlstellung und Zehendeformitäten sind angeborene oder erworbene krankhafte Formveränderungen. Zu den häufigsten Fußfehlstellungen zählen Plattfuß, Knicksenkfuß, Hohlfuß und Spreizfuß. Nicht jede Fehlstellung ist automatisch behandlungsbedürftig. Treten jedoch beim Sport oder im Alltag Schmerzen auf, sollten Sie umgehend einen Spezialisten aufsuchen.

Neben Hallux valgus (Ballenzeh) und Halux limitus bzw. Halux rigidus sind vor allem folgende Zehendeformitäten häufig anzutreffen:

  • Hammerzehe
    Diese Fehlstellung beschreibt eine Beugung im Zehenmittelgelenk. Auch das Zehenendglied kann betroffen sein, im Sinne einer Überstreck- oder Beugestellung.
  • Krallenzehe
    Kommt es zusätzlich zu einer Überstreckung im Grundgelenk zwischen dem Mittelfußköpfchen und dem Grundglied, spricht man von einer Krallenzehe.
  • Malletzehe
    Bei der Malletzehe besteht eine fixierte maximale Beugung im Endglied und eine Streckung im Grund- und Mittelgelenk. Diese Zehendeformität lässt sich in flexible und fixierte Deformitäten einteilen, sie kann an einem oder mehreren Zehen auftreten. Betroffen sind vor allem ältere Menschen und mehr Frauen als Männer.  
Aufgrund der Veränderung der Zehenposition kann es bei Fußfehlstellung und Zehendeformitäten durch einen erhöhten mechanischen Druck zu teilweise schmerzhaften Schwielen und Verhornungen im Bereich des Vorfußballens kommen, ähnlich wie bei einem Hühnerauge. Die Zehenkuppen haben in vielen Fällen keinen Kontakt mehr zum Boden, das Zehengrundgelenk ist komplett oder teilweise ausgerenkt (Luxation/Subluxation).

Die häufigste Ursache dieser Beschwerden ist eine schlecht ausgeprägte „innere“ Fußmuskulatur. Dadurch kommt es zu einem Stabilitätsverlust mit Überstreckstellung im Grundgelenk. Nicht selten sind zu enge oder zu hohe Schuhe dafür verantwortlich, weil sie die Fußmuskulatur unterfordern. Als weitere Ursachen kommen auch ein Überwiegen der Streckmuskulatur im Grundgelenk, ein Spreizfuß und Überlängen einzelner Mittelfußknochen infrage.

Kleinzehendeformitäten treten häufig in Verbindung mit einem Hallux valgus auf. Aufgrund der Abweichung der Großzehe hin zu den Kleinzehen verschmälert sich der Zwischenzehenraum und die zweite Zehe gerät in Überstreckstellung (Digitus superductus).

Im Rahmen der Diagnostik müssen Begleiterkrankungen, wie neurologische Grunderkrankungen und parallel auftretende Fußdeformitäten mittels einer gründlichen klinischen Untersuchung und bildgebender Verfahren ausgeschlossen werden.
Eine konservative Therapie ist nur bei Frühformen möglich, da diese gut manuell korrigierbar sind (flexible Fehlstellungen). Wichtig ist dabei, die Patientinnen und Patienten zum richtigen Schuhwerk zu beraten. Die Schuhe sollten im Zehenbereich genügend breit und hoch sein; das Schuhobermaterial sollte weich sein, um Schwielen vorzubeugen. Unterstützend können schwielige Druckstellen (Klavi) mithilfe von Schaumstoffkappen weicher gebettet werden. Spezielle Einlagen oder Tape-Verbände können die Beschwerden ebenfalls lindern.
Bei der operativen Therapie von Kleinzehendeformitäten berücksichtigen wir immer den gesamten Fuß. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen flexiblen Deformitäten, die noch manuell ausgleichbar sind, und fixierten Deformitäten. Bei flexibler Fehlstellung und intaktem Knorpel im Grundgelenk können wir gelenkerhaltend operieren.

An der Unterseite jeder Zehe verlaufen je eine kurze und eine lange Beugesehne. Bei der gelenkerhaltenden Operation einer flexiblen Fehlstellung nach Girdlestone-Taylor lösen wir die am Endglied der Zehe ansetzende lange Beugesehne zunächst ab, teilen sie mittig in zwei Schenkel und vernähen diese an der oberen Streckseite der Zehe im Bereich des Grundglieds in korrigierter Position miteinander. So bekommt die Zehenkuppe wieder Bodenkontakt.

Bei einer fixierten Hammerzehe mit intaktem Grundgelenk kann entweder eine Resektion des Grundgliedköpfchens mit einem Weichteileingriff, z.B. einer Verlängerung oder Ablösung der Strecksehne, durchgeführt werden, oder das Mittelgelenk wird mit einem Draht oder einem bioresorbierbaren Stift versteift (Arthrodese). Dafür nutzen wir, sofern es die Deformität und der Knochen zulassen, Implantate, die sich nach einiger Zeit selbst auflösen, sodass ein zweiter Eingriff zur Entfernung der konventionellen Drähte entfällt. Besteht zusätzlich eine Überstreckstellung im Grundgelenk lösen wir zusätzlich die Weichteilstrukturen in diesem Bereich, ggf. führen wir auch eine Weil-OP (operative Verschiebung der Mittelfußknochen) durch.

1. Vorstellung in unserer Sprechstunde:

  • Patientengespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • MRT
  • Röntgenaufnahme
  • Diagnosestellung
  • Vereinbarung eines OP-Termins
  • Ab- bzw. Umsetzen von blutverdünnenden Medikamenten (z. B. Aspirin, Plavix, Marcumar)

2. Präoperative Vorbereitung:

  • Chirurgisches Aufklärungsgespräch
  • Anästhesieaufklärung
  • Blutabnahme

3. Nachbehandlung (behandlungsabhängig):

  • Die Entlassung erfolgt bei ambulanten Eingriffen nach der Operation, bei stationären Eingriffen in der Regel nach 2 Nächten
  • Entfernung der Wunddrainage am Tag nach der OP
  • Physiotherapie am OP-Tag
  • Die weitere postoperative Behandlung wird individuell auf die die persönliche Situation der Patientin/des Patienten (Sport, Aktivitätsniveau, Risikofaktoren, berufliche Exposition) abgestimmt.
  • Regelmäßige Wundkontrollen
  • Schmerzmedikation
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Häufig gestellte Fragen

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