Schulterarthrose

Als Arthrose bezeichnet man den chronisch fortschreitenden Verschleiß eines Gelenks. Bei der Schulterarthrose (Omarthrose) wird der Knorpelüberzug von Schulterpfanne und Oberarmkopfkopf abgerieben. Dadurch kann es zur Verschmälerung des Gelenkspalts und zur Entzündung des Gelenks kommen. Bei starkem Verschleiß können auch Zystenbildungen im Knochen und Verdichtungen (Sklerosen) des Knochens entstehen.

Betroffene Patientinnen und Patienten klagen meist über einen zunehmenden, unerträglichen Schulterschmerz bei Rotationsbewegungen und beim seitlichen Abspreizen des Armes. Mit der Zeit treten auch im Ruhezustand Schmerzen auf und die Beweglichkeit wird immer stärker eingeschränkt. Für die Betroffenen bedeutet das eine massive Einschränkung ihrer Lebensqualität.
Die häufigste Ursache einer Schulterarthrose sind Sehnen- und Bandverletzungen (Mikro- und Makrotraumata).

Die häufigste Ursache einer Schulterarthrose sind Mikro- und Makrotraumata (Sehnen- und Bandverletzungen). Beim Verschleiß des Schultergelenkes wird der Knorpelüberzug von Schulterpfanne und Oberarmkopfkopf abgerieben. Aufgrund der Veränderung der Gelenkpartner bildet der Knochen als Abstützungsreaktion an den Rändern knöcherne Anbauten (Osteophyten). Durch die Abnahme der Knorpeldicke kommt es zur Verschmälerung des Gelenkspalts, wobei die Abriebprodukte zur Entzündung des Gelenkes führen. Bei starkem Verschleiß kommt es zur Zystenbildung im Knochen und zu einer Verdichtung (Sklerose) des Knochens.

Schmerzen reduzieren und die Beweglichkeit erhalten – das sind die Ziele der konservativen Therapie mit physikalischen Maßnahmen:

  1. Krankengymnastik zur Lockerung und Kräftigung der Muskulatur, der Mobilisation des Gelenks, zur Prophylaxe und Beseitigung von Kontrakturen sowie Verbesserung der Beweglichkeit
  2. Bewegungsbad: Die Reduktion des Eigengewichts ermöglicht ein belastungsarmes Training bei normalen Bewegungsabläufen.
  3. Schmerzmedikation (Analgetika und Antirheumatika), vorwiegend Salizylate bzw. nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen etc.), Coxibe (Rofecoxib, Celecoxib)
  4. Intraartikuläre Injektionen: Zur Anwendung kommen häufig Lokalanästhetika, kristallines Kortison, Hyaluronsäure, Orthokin und ACP.

In schwereren Fällen und wenn konservative Maßnahmen keine Besserung bringen, ist der operative Einsatz einer Schultergelenksprothese das Mittel der Wahl. Dabei implantieren wir – je nach Knochenqualität und dem Alter der Patientin/des Patienten – verschiedene Prothesenmodelle mit unterschiedlichen Verankerungstechniken:

Prothesen

  1. Kappenprothese (metaphysäre Prothese)
    Dieses neuere Prothesenmodell zeigen gute Erfolge beim Verschleiß des Oberarmkopfs. Die Prothese ersetzt nur einen Teil des Oberarmkopfs und stützt sich nicht im Schaft sondern an der Wachstumszone des Knochens (Methapyse) ab. Dieses knochenschonende Verfahren ist jedoch nicht bei jeder Art von Arthrose möglich. Je nach Schädigung ist ggf. auch ein Ersatz der Gelenkpfanne erforderlich.
  2. Schaftprothese
    Bei der Arthrose des Schultergelenks werden ähnlich wie bei der Hüfte Schaftprothesen eingesetzt. Diese werden im Schaft des Oberarm zementfrei oder mit Knochenzement verankert.
  3. Inverse Prothese
    Alle oben genannten Prothesentypen setzen voraus, dass die muskuläre Führung des Schultergelenks weitestgehend intakt ist und die Schulter ausreichend stabilisieren kann. Ist das, z.B. aufgrund eines Unfalls, nicht gegeben und sind alle anderen operativen Methoden ausgeschöpft, besteht die Möglichkeit, eine Inverse Prothese einzusetzen, die durch den Schulterkappenmuskel ein Abwinkeln des Arms zur Seite bis 90 Grad ermöglicht und so die Schulter für den Alltag wieder gebrauchsfähig werden lässt. Bei diesem Prothesentyp werden die anatomischen Verhältnisse der Pfanne und des Oberarmkopfes vertauscht (Inverse-Prothese).

Verankerung

  1. Zementiert:
    Die Implantate werden mit anibiotikahaltigem Zement am Knochen fixiert.
  2. Zementfrei:
    Die Implantate werden in der sog. „Pressfit- Technik“ passgenau eingebracht. Eine besondere Beschichtung an der Prothese trägt dazu bei, dass der Knochen an diese heranwächst.

Beim operativen Eingriff erfolgt ein ca. 10 cm langer Schnitt auf der Vorderseite der Schulter in Verlängerung der Achselfalte. Darstellung des arthrotisch veränderten Schultergelenks. Mittels Spezialraspeln und Fräsen werden die Pfanne und der Oberarmkopf entsprechend den anatomischen Gegebenheiten präpariert. Die Größe der jeweiligen Prothesenteile hängt dabei von intraoperativen Situation ab. Verschiedene Größen gewährleisten ein optimale Versorgung. Nach der Implantation der Prothesenteile, überprüfen wir die Beweglichkeit und erstellen ein Kontrollröntgenbild. Dann verschließen wir die Wunde schichtweise und legen zwei Drainagen zum Abfluss des Wundsekrets.

1. Vorstellung in unserer Sprechstunde:

  • Patientengespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • MRT des Schultergelenks
  • Röntgenaufnahme der Schulter
  • Diagnosestellung
  • Vereinbarung eines OP-Termins
  • Entscheidung über die Operationstechnik
  • Ab- bzw. Umsetzen von blutverdünnenden Medikamenten (z. B. Aspirin, Plavix, Marcumar)

2. Präoperative Vorbereitung:

  • Chirurgisches Aufklärungsgespräch
  • Vorbereitende Untersuchung vor Ort:
    • Gefäßuntersuchung
    • Internistische Untersuchung
    • Ggf. Eigenblutspende
    • Blutabnahme
    • Aufklärungsgespräch
    • Narkoseaufklärung
    • Planung der Rehamaßnahmen nach der Operation
  • Anästhesieaufklärung
  • Blutabnahme

3. Nachbehandlung (behandlungsabhängig):

  • Dauer des stationären Aufenthalts ca. 6 bis 10 Nächte
  • Krankengymnastische Behandlung am ersten Tag nach der Operation
  • Entfernung der Wunddrainage am 2. Tag nach der OP
  • Röntgenkontrolle
  • Gefäßcheck (Thromboseausschluss)
  • Weiterbehandlung: Entlassung zur ambulanten Rehabilitation bzw. Verlegung in die ausgewählte Reha-Klinik zur Anschlussheilbehandlung
  • Frühfunktionelle Übungsbehandlung (Physiotherapie) unter adäquater Schmerzmedikation mit zunächst passiver, dann aktiver Mobilisation des Schultergelenks mit einer Bewegungslimitierung bis 90 Grad für ca. 6 Wochen
  • Regelmäßige Wundkontrollen
  • Schmerzmedikation

4. Rehabilitation / Physiotherapie:
Für einen Teil der Patientinnen/Patienten schließt sich nach dem Klinikaufenthalt ein 3- bis 4-wöchiger stationärer Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik an. Eine ambulante Behandlung ist in geeigneten Fällen möglich.

  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Verbesserung der Koordination
  • Muskelaufbau

 

Die Blutegeltherapie gehört zu den ausleitenden Verfahren. Durch Blut- oder Lymphödem verursachte lokale Stauungs-, Fülle- und Schmerzzustände werden beseitigt und entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte erreicht.

Indikationen:

  • Arthrosen v. a. an Knie, Hüfte und Daumensattelgelenk
  • Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (Lumbalgie), Schmerzen in den Nackenwirbeln (Cervicalgie), Bandscheibenvorfall
  • Muskelhärte (Myogelose)
  • Prellung/Zerrung/Quetschung/Muskelfaserrisse
  • Lokale Entzündungen:
    • Schleimbeutelentzündung (Bursitis)
    • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
    • Abzess / Furunkel
    • Gicht (Podagra)
  • Weitere Indikationen wie Tinnitus, Herpes Zoster, Krampfadern (Varizen), akute Thrombosen (Thrombophlebitis)

Akupunktur gegen post-OP Schmerz

Bei der Akupunktur werden bestimmte Akupunkturpunkte mit Nadeln stimuliert, um energetische Blockaden zu lösen. Der Energiefluss des Körpers wird zum Fließen und das Ungleichgewicht von Organsystemen wieder ausgeglichen.

Wann soll eine Schulterprothese eingebaut werden?

Künstliche Schultergelenke wurden entwickelt, um Arthroseschmerzen zu bekämpfen und ein normales, schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Der Zeitpunkt einer Operation hängt vor allem von den Schmerzen, der Einschränkung der Mobilität und der Lebensqualität ab. Bringen die konservative Therapie bzw. diverse operative Maßnahmen keine Verbesserung der Symptomatik, ist die Indikation zur Implantation einer Schulterprothese gegeben.

Wie lange halten Schulterprothesen?

Durch die Verbesserung der Gleitpaarung konnte der Abrieb der einzelnen Prothesenteile in den letzten Jahren optimiert werden – das hat die Haltbarkeit deutlich verbessert. Langzeitresultate zeigen, dass ein korrekt eingesetztes und gut eingeheiltes künstliches Schultergelenk problemlos 15 bis 20 Jahre funktionieren kann und dass viele Patientinnen und Patienten damit ein normales, unbeschwertes Leben führen können.

Wann kann man die Schulter nach der Operation wieder belasten?

Nach ca. 3 Monaten sollten Sie Ihr Schultergelenk wieder normal und schmerzfrei bewegen können.

Worauf muss man achten, wenn man ein künstliches Schultergelenk hat?

Mit einem künstlichen Schultergelenk können Sie ein normales Leben führen. Radfahren, Golf, Wandern, lockeres Skifahren, Walken sowie gezieltes Fitnesstraining sollten nach einer Schulterprothesenoperation möglich sein. Kontakt- und vor allem Überkopfsportarten wie z. B. Volleyball sollten Sie eher vermeiden. Das gilt auch für Aktivitäten, die mit hohen Belastungen des Schultergelenkes verbunden sind (z.B. Tennis).

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Häufig gestellte Fragen

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