Knorpelschaden im Knie

Ein Knorpelschaden im Knie kann die Funktion des Kniegelenks behindern, wenn das Knorpelgewebe im Kniegelenk nicht mehr, dass aneinander reiben der Knochen von Ober und Unterschenkel verhindert. Das gefäßlose Stützgewebe besteht aus Knorpelzellen (Chondrozyten), die miteinander vernetze Kollagenfasern binden. Zwischen diesen Fasern wird viel Wasser gebunden – das macht den Gelenkknorpel äußerst druckelastisch und sorgt für Gleitfähigkeit und Stoßfestigkeit im Gelenk. Schädigungen des Knorpels sind sehr schmerzhaft und behindern die Funktion des Kniegelenks.

Ein Knorpelschaden im Knie kann die Funktion des Kniegelenks behindern, wenn das Knorpelgewebe das Reiben der Knochen nicht mehr verhindert.

Im Anfangsstadium verursacht ein Knorpelschaden im Knie oftmals keine spürbaren Beschwerden. Mit der Zeit können folgende Symptome auftreten, die zwar typisch sind, aber nicht eindeutig auf eine Knorpelschädigung hinweisen:

  • Schmerzen im Kniegelenk, zunächst nur bei Belastung (Treppensteigen, längeres Gehen), später auch in Ruheposition oder nach dem Aufstehen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit beim Beugen oder Strecken bis hin zu Blockaden
  • Knirschen (Krepitation)
  • Knöcherne Ausziehungen (Osteophyten)
  • Schwellungen, Ergüsse
  • Achsabweichung
  • Instabilität

Biomechanische Fehlbelastungen wie Achsabweichungen bei O- oder X-Beinen, Traumata (des Kapselbandapparats oder der Menisken) sowie endogen-genetische oder entzündliche Prozesse sind die Hauptursachen für einen Knorpelschaden am Knie. Im Verlauf wird der Knorpel anfälliger für Verschleiß. Es entstehen immer mehr und immer tiefere Risse (Fissuren), die zu einer zunehmenden Knorpelerweichung (Chondromalazie) und aufgrund der mechanischen Reibung zu einem kontinuierlichen Knorpelverlust führen können.

Zur Diagnose eines Knorpelschadens setzen wir auf eine ausführlichen Anamnese, eine gründliche klinische Untersuchung sowie auf Röntgenaufnahmen und Kernspintomographie (MRT).

Je nach Ausmaß kann ein Knorpelschaden am Knie gut konservativ behandelt werden. Bewegungs-, Kräftigungs-, physikalische – und/oder medikamentöse Therapien können die Beschwerden deutlich lindern. Radfahren hilft den Betroffenen sehr. Auch Injektionstherapien mit Hyaluronsäure, ACP oder Eigenblut reduzieren häufig die Schmerzen und verbessern die Gelenksituation.

Bei tiefgehenden und/oder fortgeschrittenen Knorpelschäden ist eine operative Therapie die bessere Lösung. Je nach individuellem Befund nutzen wir dabei verschiedene Verfahren:

  • Knorpelfixierung
    Bei Verletzungen kommt es häufig zur Abscherung von Knorpel-Knochenanteilen. Abgelöste Knorpelfragmente können, wenn sie gut erhalten sind, in den Defekt eingepasst und fixiert werden. Dafür nutzen wir je nach Situation Mini-Schrauben, resorbierbare Stifte oder Knochen-Knorpel-Dübel. Durch Anbohren des Knochengewebes oder Abschaben der oberen Knorpelschicht (Abrasionschondroplastik) wird der Knorpeluntergrund angefrischt (Mikrofrakturierung) und so eine Ersatzknorpelbildung angeregt.
  • Knorpelglättung
    Dabei glätten wir sehr vorsichtig Unebenheiten der Gelenkoberfläche und versuchen, so viel Knorpel wie möglich zu erhalten, um ein Fortschreiten der Schädigung abzumildern. Die knorpeligen Abriebpartikel werden aus dem Gelenk gespült, um den Reizzustand zu minimieren.
  • Knorpelanfrischung (Microfrakturierung)
    Bei einem fortgeschrittenen Knorpelschaden mit einer Größe bis 0,5 cm besteht die Möglichkeit, den Defekt mithilfe einer Knorpelanfrischung (Microfrakturierung) zu behandeln. Dazu bohren wir mit einem feinen Dorn (Chondropic) kleine Löcher in den Knochen. Durch diese haarfeinen Risse und minimalen Durchbrüche treten Knochenmarkstammzellen aus bzw. es setzen sich entwicklungsfähige Zellen fest. Auf diese Weise bildet sich ein Ersatzknorpel. Bei Entlastung des Kniegelenks und Bewegung mittels Motorschiene bilden diese Blutstammzellen nach einigen Monaten Faserknorpel und füllen den Knorpeldefekt auf.
  • OATS ( Knorpel-Knochen-Transplantation)
    Bei einem umschriebenen Knorpeldefekt von 0,5 bis 2 cm ist eine Therapie mittels OATS (Osteochondral-Autograft-Transfer-System) möglich. Bei dieser Methode wird ein Knorpel-Knochen-Zylinder an einer belastungsarmen Stelle entnommen und in den Defekt transplantiert.
  • Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT)
    Größere Knorpelschäden mit einer Größe ab 2 cm und (umschriebenen) Defekten, möglicherweise sogar in der Hauptbelastungszone, versuchen wir eine Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT). Dazu wird körpereigenes Knorpelgewebe herangezüchtet und in die Defektstelle eingesetzt. Hier sind zwei Eingriffe notwendig. Zunächst erfolgt eine arthroskopische Entnahme der Knorpelzellen an einer unbelasteten Stelle. Dann werden die entnommenen Knorpelzellen in einem Labor vermehrt. Im zweiten operativen Schritt füllen wir die zuvor präparierte Defektstelle mit dem angezüchteten gallertartigen Knorpelgewebe passend (press-fit) auf und fixieren sie mit Fibrinkleber und/oder Naht. Auf diese Weise sollen die eingesetzten Zellen neuen Gelenkknorpel bilden.

Bei ausgedehnten knöchernen Defekten ist ggf. eine Auffüllung des Defektes mit Knochen aus dem Beckenkamm zusätzlich notwendig.

1. Vorstellung in unserer Sprechstunde:
  • Patientengespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • Ggf. MRTGgf. Anfertigung von Röntgenbildern
  • Diagnosestellung
  • Vereinbarung eines OP-Termins
  • Ab- bzw. Umsetzen von blutverdünnenden Medikamenten (z. B. Aspirin, Plavix, Marcumar)
2. Präoperative Vorbereitung:
  • Chirurgisches Aufklärungsgespräch
  • Anästhesieaufklärung
  • Blutabnahme
3. Nachbehandlung (behandlungsabhängig):
  • Die Entlassung erfolgt bei ambulanten Eingriffen nach der Operation, bei stationären Eingriffen in der Regel nach 2 Nächten
  • Entfernung der Wunddrainage am Tag nach der OP
  • Ggf. Physiotherapie am OP-Tag
  • Die weitere postoperative Behandlung wird individuell auf die die persönliche Situation der Patientin/des Patienten (Sport, Aktivitätsniveau, Risikofaktoren, berufliche Exposition) abgestimmt.
  • Regelmäßige Wundkontrollen
  • Ggf. Schmerzmedikation
Zusätzlich

Der Schweregrad und die Ausdehnung der Arthrose entscheiden über die notwendige Entlastung. In der Regel sollten Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff bis zu 6 Wochen Unterarmgehstützen nutzen. Anschließend können sie sich über einen Zeitraum von 2 Wochen an die volle Belastung herantasten. Entscheidend für den Heilungserfolg ist es, das Gelenk sehr häufig zu bewegen. Entsprechende Übungen können auch zu Hause mit einer Motor-Bewegungsschiene durchgeführt werden (mindestens 4 Stunden pro Tag) – je häufiger, desto besser die Ergebnisse.

Eine postoperative Eigenbluttherapie mit 6 Injektionen (1 Mal pro Woche) kann das Knorpelwachstum zusätzlich fördern.

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